Spezialisierung & Forschungsweg

Im Rahmen eines einjährigen Forschungsaufenthalts 1999 an der University of Calgary in Alberta, Kanada, verfasste ich meine Doktorarbeit über die Gelenksachsen des Fusses – ein Projekt, das von der Medizinischen Fakultät der Universität Basel ausgezeichnet wurde.

Nach meiner Tätigkeit als Oberarzt am Universitätsspital Basel setzte ich meine Spezialisierung 2007 im Rahmen eines klinischen Fellowships für Fuss- und Sprunggelenkschirurgie an der renommierten Duke University in Durham, North Carolina, fort. Dieses Fellowship war das einzige ACGME-zertifizierte Programm in den Vereinigten Staaten auf dem Gebiet der Fuss- und Sprunggelenkschirurgie – ein Umstand, der mich bis heute zum einzigen Schweizer Fuss- und Sprunggelenksspezialist mit dieser spezifischen Qualifikation macht.

Während meines Fellowships forschte ich an den biomechanischen Grundlagen der Bandführung von Sprunggelenk und Fuss, insbesondere im Hinblick auf die korrekte Balancierung der Bänder bei der Implantation von Sprunggelenksprothesen. Für diese Arbeit wurde ich mit dem renommierten Leonard Goldner Award der American Orthopaedic Foot and Ankle Society (AOFAS) ausgezeichnet – der höchsten Anerkennung im Bereich der Grundlagenforschung innerhalb der Fuss- und Sprunggelenkschirurgie. Es war der erste Leonard Goldner Award, den die Duke University bisher erhalten hatte.

Merian M, Glisson RR, Nunley JA
Ligament balancing for total ankle arthroplasty: an in vitro evaluation of the elongation of the hind- and midfoot ligaments.
Foot & Ankle Int. 2011; 32(5 Suppl): S457-472.
DOI: 10.3113/FAI.2011.0457 PMID: 21733454

Meine Faszination für die Biomechanik des Fusses ist bis heute ungebrochen, weshalb ich auch weiterhin in meiner Freizeit Grundlagenforschung betreibe. Der Schwerpunkt meiner Forschung liegt auf der Entwicklung eines ganzheitlichen Behandlungskonzepts für die Fuss- und Sprunggelenkschirurgie. Ziel ist es, die operative Therapie nicht nur auf einzelne Techniken entsprechend der Diagnose zu beschränken, sondern einem umfassenden Konzept zu folgen, das die biomechanischen Normen des Fusses bestmöglich wiederherstellt.
Mein international publiziertes Behandlungskonzept zur Korrektur von Knick-Senk- und Plattfüssen wurde von über tausend Fachkollegen der Fuss- und Sprunggelenkschirurgie in einem renommierten internationalen Fachjournal studiert. Es bietet erstmals klare und praxisorientierte Richtlinien für die operative Versorgung dieser Fehlstellungen.

Zurzeit arbeite ich an einem neuen Behandlungskonzept, das die biomechanischen Grundlagen für die Korrektur von häufigen Fussproblemen wie Hallux valgus (X-Grosszehe), Hallux rigidus (Gelenksteife), Spreizfüssen, Hammerzehen und Mittelfuss-Arthrose berücksichtigt. Dieses Konzept ergänzt meine bisherigen Forschungen zur Korrektur von Fehlstellungen im Rückfuss und verbindet sie mit den Erkrankungen im Mittel- und Vorfuss.

Das Behandlungskonzept wird in einem internationalen Fachjournal veröffentlicht und von Experten geprüft, um die bestmögliche Versorgung für Patientinnen und Patienten zu gewährleisten.