Sehnen- und Bandverletzungen
Veränderungen und Verletzungen der Achillessehne, Peronealsehnen und der Sehne des Musculus tibialis posterior gehören zu häufigen Ursachen für Beschwerden bei meinen Patientinnen und Patienten. In den meisten Fällen lassen sich Sehnenproblematiken bereits durch eine sorgfältige klinische Untersuchung zuverlässig diagnostizieren. Falls erforderlich, kann eine Magnetresonanztomographie (MRT) zusätzliche Informationen zum Ausmass der Veränderung oder Verletzung liefern.
Liegt keine relevante Rissbildung vor und ist die Muskelfunktion trotz der Sehnenveränderung nicht beeinträchtigt, kann häufig eine konservative – also nicht-operative – Behandlung erfolgreich durchgeführt werden. Sollte diese nicht den gewünschten Erfolg bringen, ist in vielen Fällen auch eine spätere operative Therapie möglich und erfolgversprechend.
Bandverletzungen am Sprunggelenk und Fuss lassen sich in der Regel gut konservativ mit einer stabilisierenden Schiene behandeln. Entscheidend ist hierbei die genaue Beurteilung, welche Bandstrukturen betroffen sind. Besonders bei Verletzungen der Sprunggelenksgabel (Syndesmose) oder des Innenbandes (Ligamentum deltoideum) ist eine differenzierte und sorgfältige Diagnostik erforderlich, da eine nicht erkannte oder unzureichend behandelte Verletzung in diesen Bereichen zu dauerhaften Beschwerden führen kann, die später nur noch schwer zu therapieren sind.
Ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit Sehnen- und Bandverletzungen und habe hierzu mehrere Beiträge in Fachbüchern und wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht. In meiner Praxis biete ich das gesamte operative Spektrum im Bereich des Fuss- und Sprunggelenks an – einschliesslich komplexer Revisionseingriffe nach bereits erfolgten Operationen, bei denen Sehnen oder Bänder erneut korrigiert oder rekonstruiert werden müssen.
Leumann A, Merian M, Valderrabano V
Ossification in chronic Achilles tendinosis: a third calf bone.
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DOI: 10.1007/s00132-008-1222-8
Merian M, Wirz D, Goepfert B, Hintermann B
Neither inversion nor eversion locks the midtarsal joint: a biomechanical evaluation.
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Vinson EN, Dodd LG, Merian M, Martinez S
Synovial lipomatosis arborescens of the peroneal tendon sheath.
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Easley ME, Merian-Genast M, Assal M
Mini-Open Achilles Tendon Repair: Perspective 2.
In: Operative Techniques: Foot and Ankle Surgery. Elsevier; 2010:900–906.
DOI: 10.1016/B978-1-4160-3280-9.50059-0
Merian-Genast M, DeOrio JK, Easley ME.
Chronic Peroneal Tendon Subluxation-Dislocation.
In: Operative Techniques: Foot and Ankle Surgery. Elsevier; 2010:689–698.
DOI: 10.1016/B978-1-4160-3280-9.50059-0
Eine häufige krankhafte Veränderung ist die Längsrissbildung der kurzen Peronealsehne (Bild 1). Da die lange Peronealsehne direkt hinter der kurzen Sehne verläuft, gleitet sie bei Belastung des Vorfusses wiederholt in den Rissbereich hinein. Dies verhindert eine spontane Heilung, sodass die Längsrissbildung ohne operative Behandlung (Bild 2) persistiert und die Beschwerden chronisch werden können.
Bild 1: Eine häufige krankhafte Veränderung ist die Längsrissbildung der kurzen Peronealsehne. In der Abbildung wird der Riss mit einer Pinzette aufgefaltet und zeigt sich als deutlich sichtbare Spaltbildung innerhalb der Sehne. Diese Rissbildung führt typischerweise zu Schmerzen hinter dem Aussenknöchel.
Bild 2: Im Rahmen der operativen Behandlung wird die kurze Peronealsehne zu einem stabilen Sehnenstrang rekonstruiert, um zu verhindern, dass die lange Peronealsehne erneut in den geschädigten Bereich einwirkt. Die Pinzette hebt die rekonstruierte kurze Peronealsehne vollständig an und zeigt deren wiederhergestellte Kontinuität und Stabilität