Knorpelverletzungen und Knorpelschäden (Osteochondrale Läsionen)

Der Gelenkknorpel ist eine glatte, elastische Schicht, die die Knochenenden in einem Gelenk überzieht – vergleichbar mit dem Zuckerguss auf einer Torte (siehe Bild 1). Er wird durch die Gelenkflüssigkeit ernährt, weshalb er nur sehr schlecht durchblutet ist.

Im Sprunggelenk können nach Verletzungen umschriebene Knorpelschäden auftreten, die aufgrund der schlechten Durchblutung nicht von selbst abheilen und langfristig zu anhaltenden Beschwerden führen können (siehe Bild 2).

Je nach Ausprägung des Knorpelschadens und der Beteiligung des darunterliegenden Knochens stehen verschiedene operative Behandlungsmethoden zur Verfügung (siehe Bild 3).

Im Rahmen meiner Tätigkeit an der Duke University habe ich ein operatives Behandlungskonzept entwickelt und veröffentlicht, das bis heute als Referenz für zahlreiche Studien zu Knorpelverletzungen am Sprunggelenk gilt. Dieses Konzept bietet einen strukturierten Behandlungsweg, der die verschiedenen Schweregrade und Erscheinungsformen umschriebener Knorpelverletzungen berücksichtigt.

Merian M, Easley M
[Diagnosis and treatment of osteochondral lesions of the talus].
Orthopade 2008 Mar;37(3):204, 206–211.
DOI: 10.1007/s00132-008-1219-3 PMID: 18324387 Review. German

Easley ME, Latt LD, Santangelo JR, Merian-Genast M, Nunley JA 2nd
Osteochondral lesions of the talus.
J Am Acad Orthop Surg. 2010 Oct;18(10):616–630.
DOI: 10.5435/00124635-201010000-00005 PMID: 20889951 Review. No abstract available

Bild 1: Darstellung des gesunden Gelenkknorpels während einer Gelenksspiegelung (Arthroskopie) des Sprunggelenks. Der Knorpel erscheint weiss, glatt und bedeckt vollständig die knöchernen Gelenkflächen oberhalb und unterhalb des Gelenkspaltes.

Bild 2: Umschriebener Knorpelschaden mit Ablösung des Gelenkknorpels vom darunterliegenden Knochen, der zu anhaltenden Beschwerden geführt hat. Aufnahme während einer Arthroskopie des Sprunggelenks.

Bild 3: Entfernung des instabilen Knorpels mithilfe eines Schneidsauggeräts (Shaver) während der arthroskopischen Behandlung.