Knick-Senkfuß (Pes planovalgus et abductus) und Plattfuß (Pes planus)

Die Stabilität des Fusslängsgewölbes ist durch ein kräftiges, stabilisierendes Band entlang der Fusssohle, der plantaren Faszie, gewährleistet (Video Normaler Fuss, Bild 1 + 2). Das Band verhindert wie bei einem Fachwerk, dass das darüber liegende knöcherne Fussgewölbe durch die von oben einwirkende Kraft auf den Fuss (rote Pfeile) abflacht.

Beim Plattfuß beziehungsweise Knick-Senkfuß liegt ein vermindertes Fußlängsgewölbe vor. Die Ursachen für diese Deformität sind vielfältig und führen zu einer Störung der funktionellen Integrität zwischen dem knöchernen Gewölbe, den beteiligten Gelenken sowie der plantaren Faszie. Häufig kommt es zu einer Fehlstellung einzelner Fußgelenke, insbesondere des Talonavikulargelenks oder des ersten Mittelfußgelenks, die aus ihrer physiologischen Stellung „herausrutschen“. Diese Fehlstellung reduziert die Spannung im knöchernen Gewölbe und der plantaren Faszie, was letztlich zum Absinken des Fußgewölbes und zur Ausbildung eines Plattfußes führt (siehe Video Plattfuss, Bilder 3 und 4).

Video Normaler Fuss

Video Plattfuss

Bild 1: Seitliche Darstellung eines normalen Fußskeletts mit der plantaren Faszie in Blau. Das knöcherne Gewölbe besteht aus mehreren Gelenken und wird durch die plantare Faszie stabilisiert. Die von der plantaren Faszie ausgeübte stabilisierende Kraft (blaue Pfeile) wirkt der einwirkenden Gewichtskraft (rote Pfeile) entgegen und trägt so zur Aufrechterhaltung des Fußlängsgewölbes bei.
Bild 2: Beim normalen Fuß spannt sich die plantare Faszie (blau) fächerförmig entlang der Fußsohle auf und inseriert an den einzelnen Zehengliedern. Das knöcherne Fußgewölbe liegt dabei oberhalb der plantaren Faszie und wird durch diese stabilisiert.

Bild 3+4: Beim Knick-Senkfuss (Pes planovalgus et abductus) rutscht das 1. Mittelfussgelenk, das Talonavikulargelenk, nach innen ab (roter Pfeil). Dadurch reduziert sich die Spannung der plantaren Faszie unterhalb des Fußgewölbes, und die Faszie dreht sich zur Kleinzehe nach aussen weg(blauer Pfeil). Diese Veränderungen führen zu einer Instabilität des Fußlängsgewölbes mit daraus folgendem Absinken. Infolgedessen liegt das knöcherne Fußgewölbe nicht mehr vollständig über der plantaren Faszie, was die strukturelle Integrität des Fußgewölbes kompromittiert

Bild 5: Klinisches Bild eines Knick-Senkfusses (Pes planovalgus et abductus), seitliche Ansicht wie Bild 4.

Bild 6: Das Fusslängsgewölbe des Plattfusses in Bild 4 wurde mit einer korrigierenden Versteifung des 1. Mittelfuss- und unteren Sprunggelenks wiederhergestellt.

Bild 7: Die plantare Faszie (blau) wurde durch die korrigierende Versteifung des 1. Mittelfuss- und unteren Sprunggelenks wieder unter das knöcherne Fusslängsgewölbe gebracht.

Bei der operativen Behandlung des Knick-Senkfusses, Plattfusses wird darauf geachtet, dass das knöcherne Fussgewölbes wieder über die plantare Faszie korrigiert wird und die Spannung in der plantaren Faszie wiederhergestellt wird.

Die zu Grunde liegende Theorie und die operative Vorgehensweise habe ich in einem internationalen Fachjournal von Experten prüfen lassen und wurde von über tausend Kollegen der Fuss- und Sprunggelenkschirurgie studiert.
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