Arthrose des Sprunggelenks (Sprunggelenksprothese, künstlicher Sprunggelenksersatz)

Die Arthrose des Sprunggelenks, häufig infolge von früheren Verletzungen, führt zu einem fortschreitenden Knorpelverschleiß und damit verbundenen Schmerzen und Funktionseinschränkungen. Bei fortgeschrittenem Knorpelschaden und erheblichem Leidensdruck kann der Einsatz einer Sprunggelenksprothese die Beschwerden deutlich lindern und die Lebensqualität verbessern.

Die Implantation des künstlichen Sprunggelenks erfolgt heutzutage nach einer präzisen Planung, basierend auf einer Computertomographie (CT) des Sprunggelenks. Diese bildgebende Untersuchung ermöglicht eine millimetergenaue Analyse der Knochenstruktur und der Arthroseausdehnung. Auf Grundlage dieser Daten fertigt der Prothesenhersteller individuell angepasste Führungsschablonen an, welche die exakten Sägeschnitte am Knochen definieren. Durch die Verwendung dieser Schablonen werden die Knochenschnitte millimetergenau entsprechend der vorab erstellten Planung durchgeführt.

Abbildung 1-4 (von links nach rechts):

  1. Anatomische Darstellung eines arthrotisch veränderten Sprunggelenks in der Frontalansicht, basierend auf der CT-Aufnahme
  2. Platzierung der patientenspezifischen Führungsschablonen zur exakten Umsetzung der geplanten Sägeschnitte am Knochen
  3. Durchführung der präzisen Knochenschnitte gemäß Schablonenführung
  4. Computergestützte Planung der Prothesenpositionierung im Sprunggelenk

In einem zweiten Schritt wird während der Operation die Bandspannung des Sprunggelenks ausgeglichen, so dass das Gelenk während der gesamten Bewegung durch die Bänder gleichmässig stabilisiert ist. Dieser Schritt wird «Ligament Balancing» genannt. Dazu habe ich eine von der American Orthopaedic Foot and Ankle Society ausgezeichnete Arbeit veröffentlicht, welche die Bandspannung der einzelnen Bänder im Rück- und Mittelfuss untersuchte und somit grundlegende Informationen bietet für das Ligament Balancing während des Einsetzens eines künstlichen Sprunggelenks.

Merian M, Glisson RR, Nunley JA
Ligament balancing for total ankle arthroplasty: an in vitro evaluation of the elongation of the hind- and midfoot ligaments.
Foot & Ankle Int. 2011; 32(5 Suppl): S457-472.
DOI: 10.3113/FAI.2011.0457 PMID: 21733454